Newsletter Synodenumsetzung Stand Februar 2018

 

Bischof Ackermann, Sie haben Ende November den Entwurf der Teilprozessgruppe Raumgliederung entgegengenommen – warum haben Sie ihn nicht einfach da schon angenommen?

 

Die TPG Raumgliederung hat in meinem Auftrag und auf der Grundlage des Synodenabschlussdokuments gearbeitet Davon konnte ich mich zu jedem Zeitpunkt der Arbeit überzeugen. Aber letztlich liegt die Verantwortung für diese große Reform beim Bischof, und es gab beim Treffen mit den Räten Ende November auch noch keinen völligen Konsens über die Raumzuschnitte. Deshalb war für mich klar, dass ich mir die gesamte Landkarte anschauen und die Unterlagen prüfen werde, die den Mitgliedern der Teilprozessgruppe zur Verfügung gestanden haben – und das war nicht gerade wenig. Dabei bin ich für die vielen Rückmeldungen, die es in der Resonanzphase gegeben hat, sehr dankbar. Sie füllen insgesamt fünf Aktenordner. Viele Voten habe ich noch einmal selbst durchgelesen und dabei neben den Hinweisen zu den Räumen viel von den Erwartungen und Sorgen, die die Gläubigen vor Ort mit den Pfarreien der Zukunft verbinden, erfahren. Das ist für mich als Bischof sehr wichtig.

 

 

Haben Sie denn auch mit Leuten noch einmal über Ihre Eindrücke gesprochen?

 

Auch das. Mit einer ganzen Reihe von Leuten habe ich selbst noch einmal geredet: Gremienvorsitzenden, Pfarrern, Dechanten, anderen für die Pastoral Verantwortlichen …, um mir Eindrücke oder Rückmeldungen bestätigen zu lassen. In meinem Arbeitszimmer habe ich die Karten aufgehängt und mich sehr intensiv damit befasst. Zum Teil bin ich mit GoogleMaps durch die Räume „gefahren“ und habe so die Wege nachvollzogen, die sich in den neuen Räumen ergeben. Und jetzt kann ich sagen: Nach den angelegten Kriterien ist die Zahl 35 plausibel. Dieser Raumzuschnitt lässt uns auf die Zukunft hin handlungsfähig bleiben und kann ein Grundgerüst für eine Neuausrichtung des kirchlichen Lebens sein, wie es der Synode vorschwebt.

Vielleicht ist es interessant zu wissen, dass unser Bistum in seiner langen Geschichte schon einmal in nur 34 Pfarreien gegliedert war: Das war bei der Neuordnung nach der Säkularisation, Anfang des 19. Jahrhunderts! Einer unserer jungen Kapläne hat mich darauf aufmerksam gemacht.

Ich hoffe darauf, dass alle Beteiligten mit Offenheit auf die neuen Räume zugehen und damit auf eine neue Weise, Pfarrei zu sein.

Pfarrei der Zukunft Neunkirchen - Entwurf

Pfarreien im Saarland - Entwurf

Synode im Bistum Trier - Vermögen der neuen Pfarrei der Zukunft

Konkret sieht der Vorschlag vor, die gegenwärtigen Kirchengemeinden sowie die Kirchengemeindeverbände als Rechtsform abzulösen. An ihre Stelle tritt für jede Pfarrei der Zukunft eine Kirchengemeinde. Der Generalvikar erläutert: „Dieser Ansatz folgt den Grundlinien der Synode. So wie wir uns für die Pastoral vorstellen, dass die Menschen in den weiten Räumen netzwerkartig zusammenarbeiten, so möchten wir auch bei den finanziellen Fragen die Menschen vor Ort in der Verantwortung lassen und sie in diesen Fragen unterstützen.“ Von Plettenberg sieht unter anderem zwei Vorteile: Die Pfarrer werden von Verwaltungsaufgaben entlastet. Und von Seiten des Bistums kann die bisherige Verwaltungsunterstützung für eine kleinteilige Struktur durch ein neues System ersetzt werden, das mehr Qualität bei geringeren Kosten ermöglicht.

 

Der genaue Weg zu diesem Modell werde jetzt erarbeitet. Es sollen unter anderem Regeln festgelegt werden, nach denen die Vermögensinteressen der gegenwärtigen Kirchengemeinden und der Pfarreien der Zukunft ausbalanciert werden. Auch sollen die gegenwärtigen Kirchengemeinden etwa ‚ihrem‘ Vermögen Herkunft und Bestimmung ein Stück weit mitgeben können.

 

Von Plettenberg betont, man habe auch die Möglichkeit geprüft, zunächst lediglich die bestehenden Kirchengemeindeverbände aufzulösen und zu jeder Pfarrei der Zukunft einen neuen zu bilden. Bei diesem Modell wären die bisherigen Kirchengemeinden als Rechtsform erhalten geblieben und hätten erst auf längere Sicht freiwillig oder aus wirtschaftlicher Not nach und nach fusionieren können. „Uns ist bewusst, dass dieser Ansatz auf den ersten Blick vielleicht eine größere Akzeptanz finden würde“, sagt von Plettenberg. „Aber er würde eine konsequente Umsetzung der Synode verhindern. Die Kirchengemeinden wären von der Pfarrei der Zukunft abgekoppelt worden. Dauerkonflikte um die Verteilung der Ressourcen würden entstehen; zudem müssten wir zwei Verwaltungssysteme parallel betreiben.“